Truppenübungsplatz Bruckneudorf

 

Der Truppenübungsplatz Bruckneudorf (TÜPl BN) des Österreichischen Bundesheeres befindet sich im nördlichen Burgenland, an der Grenze zu Niederösterreich unmittelbar südlich der Stadt Bruck an der Leitha, 46 km von Wien entfernt. Der Raum Brucker Pforte war seit prähistorischer Zeit von großer verkehrsgeographischer und militärischer Bedeutung. Bruck an der Leitha wurde schon früh Garnisonsort, und noch heute erinnert die "Alte Schanze" zwischen Neusiedl am See und Hainburg an alte Sperrvorbereitungen im Bereich der Pforte. Er bot ausgezeichnete Übungsmöglichkeiten für Infanterie und Kavallerie, sowie im Bereich der Leitha für Pioniere.

Von allen militärischen Ausbildungsstätten des Österreichischen Bundesheeres blickt der TÜPl BN auf die längste Tradition zurück. 1806 wird die Stadt Bruck/Leitha zur regulären Garnison, doch befinden sich schon etwa ab 1775 verschiedene Truppenkörper des kaiserlich königlichen Heeres in der Stadt, wenn auch nur vorübergehend, in Garnison. Im Bereich der heutigen "SAPPE" gab es einen Übungsplatz des Sappeurkorps. 1854 wird die Infanterie-Schulkompanie aufgestellt. Drei Jahre später, 1857, entsteht auf der Parndorfer Heide ein riesiges Militärzeltlager. Alljährlich werden hier nunmehr immer wieder Truppenkörper zur Ausbildung und Übung zusammengezogen.

Am 20. April 1866 erteilt dann Kaiser Franz Josef I. die Genehmigung zur Errichtung des Truppenlagers. Als offizieller Geburtstag des Brucker-Lagers gilt der 8. Jänner 1867. Für die Schießausbildung entsteht bereits 1863 eine zwanzigbahnige Elementarschießstätte. Erst im Jahr 1867 erfolgt mit finanzieller Unterstützung der Stadtgemeinde Bruck an der Leitha die Gründung einer neuen Gemeinde jenseits der Leitha, nämlich Bruckneudorf. 1873 entsteht das "Neue oder Kavallerie Lager", so daß jetzt im ganzen Lager 10.000 Mann und 2.300 Pferde untergebracht werden können. Einen Höhepunkt erreicht die Geschichte des Brucker Lagers während des Ersten Weltkrieges. Da mußten zeitweilig bis zu 26.000 Mann versorgt werden.

1915 erfolgte als letzte bauliche Erweiterung die Errichtung des Lagers Kaisersteinbruch. Bei allen im "Brucker Lager" stationierten Formationen und Kursen befanden sich während der Kriegszeit ständig 18.000 bis 20.000 Mann. 1938 erfährt der Truppenübungsplatz eine wesentlich Erweiterung, so daß er nun an die 130 km² umfaßt und eine Aufnahmekapazität von 30.000 Mann hat. 1945 wird der TÜPl BN von Einheiten der Roten Armee besetzt.
1956 wird ein "Truppenübungsplatz - Kommando Bruckneudorf - Kaisersteinbruch" gebildet und mit dem Neuaufbau beauftragt. Anfang 1957 wird dann der Übungsbetrieb wieder aufgenommen. Der Ausbau des TÜPls schreitet besonders ab 1967 zügig voran. Und so ist jetzt der TÜPl BN mit 41,3 km² nach dem TÜPl Allensteig der zweitgrößte Übungsplatz des Bundesheeres. Die Grenzlänge beträgt rund 43 km. Innerhalb des TÜPls befinden sich drei Liegenschaften: - die Benedek Kaserne in Bruckneudorf - die UchatiusKaserne in Kaisersteinbruch - und das Lager-Kaisersteinbruch mit der Militärhundestaffel. Der TÜPl liegt im Bereich der nördlichen Ausläufer des Leithagebirges und im Einfluß einer europäischen Klimascheide an den Ausläufern des pannonischen Klimabereiches. Die dadurch bedingten Orientierungsschwiegrigkeiten und klimatischen Verhältnisse sind ja Generationen von Soldaten in leidvoller Erinnerung. Trotz der durch den militärischen Übungsbetrieb entstehenden Schäden konnte sich durch die Sperrung des TÜPls für die Öffentlichkeit eine mannigfaltige Fauna und Flora entwickeln, wie sie im weiten Umkreis nicht mehr zu finden ist.

 
Anläßlich des Rückzuges des US-Personals vom Versorgungsstützpunkt am Truppenübungsplatz Bruckneudorf hat der Kommandant des 37. Transportkommandos der US-Armee, Colonel Donald P. Hart, an österreichische Soldaten Dankesurkunden verteilt. Dieser Versorgungsstützpunkt der amerikanischen Armee war im Zuge der Errichtung des multinationalen friedenserhaltenden Einsatzes in Bosnien im Dezember 1995 eingerichtet worden.

Nach der Beschlußfassung durch die österreichische Bundesregierung unterstützte das Bundesheer seit dem 15. Dezember 1995 am Truppenübungsplatz Bruckneudorf die Versorgungsfahrten, welche die US-Armee nach Bosnien durchführte. Diese Unterstützungen bezogen sich auf die Bereiche Verpflegung, Sanitäts- und Betriebsmittelversorgung, Instandsetzung und Unterbringung. Seit Dezember 1995 wurden dabei Versorgungsfahrzeuge mit rund 3,000.000 Liter Betriebsmittel betankt, an Verpflegung wurden über 21.800 Frühstücks-, 4.900 Mittags- und 21.500 Abendportionen ausgegeben. Weiters haben seit Beginn der Unterstützungsleistungen 22.000 Mann in den Unterkünften des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf genächtigt.

Text: Bundesheer
Bilder: BHI