Truppenübungsplatz Allentsteig

 

Wer die Landkarte des Waldviertels betrachtet, der findet in der Mitte ein großes unbesiedeltes Stück Land, den Truppenübungsplatz . Er umfaßte ursprünglich 18.900 Hektar, wovon allerdings heute Teile der Randgebiete, der bäuerlichen Landwirtschaft wieder zugeführt wurden.
Schon das 1. Bundesheer hat bereits erwogen, in diesem Raum einen Übungsplatz zu errichten, und hat dort mehrmals Übungen abgehalten.

Als 1938 Adolf Hitler in Österreich einmarschierte und Österreich ein Teil Deutschlands wurde, da ergab sich für die deutsche Wehrmacht die Notwendigkeit, einen großen Übungs- und Ausbildungsplatz zu schaffen.
Die für militärische Zwecke gut geeignete Topographie des Raumes, die dünne Besiedelung (dies erleichtert Aussiedlungen !) und die verkehrstechnisch günstige Lage (Eisenbahn-Linie WIEN-PRAG) waren für die Wahl dieses Raumes entscheidend.
  
Rasch wurden die Landwirte gezwungen wegzuziehen. Sie erhielten teils neue Landwirtschaften und wurden teils mit Geld abgefertigt, insgesamt wurden 1100 Familien ausgesiedelt. Die ersten die weg müssen, haben noch eine relativ gute Chance, als Entschädigung gleichwertige Höfe zu bekommen. Wer später ausgesiedelt wurde kam um Hab und Gut, weil sie in Notquartieren untergebracht wurden und die erhaltene Entschädigung nach dem Krieg verfiel.

Zeitweise waren während des 2. Weltkrieges hier bis zu 60.000 Soldaten stationiert.
Nach dem 2. Weltkrieg kamen die Russen, plünderten die Häuser, verkauften, was zu Baumaterial genutzt werden konnte und verwüsteten die Wälder.

Das wiedererstandene Bundesheer benötigte dringend Übungsräume und so wurde die Übereignung ans BH und Weiterverwendung als Truppenübungsplatz als die billigste und vertretbarste Lösung angesehen. Mit 8. Mai 1957 wurden 160 km² des ehemaligen TÜPl-Döllersheim ans BH übergeben. Randgebiete wurden an Private abgegeben und die Bezeichnung auf TÜPl-Allentsteig geändert.

Seither wurden enorme Investitionen in die Infrastruktur getätigt. Weiters wurden für die übenden Truppen moderne Unterkünfte errichtet, ebenso für die am Ort stationierte Panzerartillerieeinheit die "Liechtensteinkaserne" errichtet.
Heute benützen Bundesheereinheiten aus dem gesamten Bundesgebiet den TÜPl Allentsteig.

Abgesehen davon konnte sich an diesem Platz ein Naturparadies entwickeln, das hinsichtlich seiner Fauna und Flora ein einzigartiges Gebiet in Europa darstellt.

BHI-Linktipp: Reportage "Im Flug über den TüPl A"


Bunker "K7" in Kühbach

Zielscheibensystem
   

Bunker "P17"

Ruine in Döllersheim
   

Ehemalige Kirche von Döllersheim

Haupteingang Lager Kaufholz

Text: Bundesheer
Bilder: BHI