Bundesheer: Nach dem Ende des ö.  Heerwesens der Monarchie bestand von Nov. 1918 bis Ende 1919 als bewaffnete Macht der jungen Republik die Volkswehr, deren Formationen (1 Bataillon pro polit. Bezirk) neben Wach- und Sicherungsaufgaben auch Kampfeinsätze im  Kärntner Abwehrkampf durchführten. Im Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye 1919 wurde Ö. nur ein Berufsheer in der Stärke von 30.000 Mann mit stark eingeschränkter Bewaffnung erlaubt. Bis 1935 war das B. in 6 Infanteriebrigaden gegliedert.

1936 wurde mit stiller Duldung der Westmächte die allg. Wehrpflicht wieder eingeführt und eine Neuorganisation beschlossen, die 1938 aus 7 Infanteriedivisionen, einer Schnellen Division, einer Brigade sowie schwachen Luftstreitkräften bestand.

Das B. war in der 1. Republik auch ein innenpolit. Instrument und wurde von der Regierung in den bewaffneten Auseinandersetzungen des Jahres 1934 gegen die paramilitär. Formationen von Soz.-Dem. und Nat.-Soz. eingesetzt (Februarkämpfe 1934, Juliputsch 1934). Auf Befehl der Regierung leistete das B. beim Einmarsch der dt. Wehrmacht in Ö. im März 1938 keinen Widerstand (Anschluß). Bis Herbst 1938 wurde der Großteil der Offiziere und Soldaten in die dt. Wehrmacht übernommen, 2 Wehrkreise (XVII, Wien, und XVIII, Salzburg) wurden auf ehemals ö. Gebiet gebildet.

Wenn auch einige Divisionen der dt. Wehrmacht einen hohen Prozentsatz an Österreichern aufwiesen, so gab es doch keine rein ö. Truppenkörper. Von den mehr als 1,25 Mio. Österreichern, die im Zweiten Weltkrieg in der dt. Wehrmacht dienten, ist ein Fünftel (247.000 Soldaten) nicht aus dem Krieg zurückgekehrt.

Trotz einiger Planungen in der Provisor. Regierung Renner (Heeresamt) gab es zw. 1945 und 1955 kein B. Jedoch kann die B-Gendarmerie (ab August 1952 in den Besatzungszonen der westl. Alliierten) als personelle Keimzelle des späteren B. angesehen werden. Wenige Wochen nach Abschluß des Staatsvertrags von Wien wurden im Juli 1955 die Gendarmerieschulen in den westl. Besatzungszonen in Provisor. Grenzschutzabteilungen umbenannt. Sie unterstanden dem 1945 geschaffenen Amt f. Landesverteidigung, einer Sektion des Bundeskanzleramts, bzw. seit 15. 7. 1956 dem Verteidigungsministerium. Das Wehrgesetz vom 7. 9. 1955 regelt den Oberbefehl und die Aufgaben des B. und legt die Ergänzung durch die allg. Wehrpflicht fest (ursprüngl. Dauer des Präsenzdienstes 9 Monate). Die erste Einberufung von Wehrpflichtigen erfolgte am 15. 10. 1956. Seit 1975 besteht die Möglichkeit zur alternativen Ableistung eines Zivildienstes (bis 1991 mit Gewissensprüfung). Die Kompetenzen dazu liegen beim BM f. Inneres.

Das B. hat, der Bundesverfassung und dem Wehrgesetz entsprechend, die Aufgabe der militär. Landesverteidigung, daneben dient es dem Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen, der Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit im Inneren und wird zur Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Katastrophen herangezogen. Die militär. Angelegenheiten in Gesetzgebung und Vollziehung sind Bundessache. Den Oberbefehl über das B. führt der Bundespräsident; das Verfügungsrecht und die Geschäfte der obersten Bundesverwaltung sind dem BM f. Landesverteidigung und der Bundesregierung übertragen. Die Befehlsgewalt über die Kommandos, Truppen, Behörden, militär. Dienststellen und Heeresanstalten übt der BMin. f. Landesverteidigung durch die Kommandanten und Leiter aus. Der dem Bundeskanzleramt beigeordnete Landesverteidigungsrat besteht aus Mitgl. der Bundesregierung, der militär. Führung und aus Vertretern der polit. Parteien; er ist in Verteidigungsfragen von grundsätzl. Bedeutung zu hören und hat Besuchsrecht bei allen militär. Einrichtungen. Der Generaltruppeninspektor ist engster militär. Berater des Ministers.

Das Bundesgebiet war bis 1973 in 3 Gruppenbereiche (Wien, Graz, Salzburg) mit 7 Einsatzbrigaden (bis 1962: 9) eingeteilt (Kommanden in Eisenstadt, Krems, Hörsching, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Götzendorf). Gruppe I befehligte 3 Brigaden, Gruppe II und III je 2 Brigaden. Jede Gruppe verfügte außerdem über ein Ausbildungsregiment, ein Telegraphenbataillon, ein Panzer- und ein Pionierbataillon sowie ein Versorgungsregiment. Bei jeder Brigade bestand ein Ausbildungsbataillon. Innerhalb der 7 Brigaden waren Einsatz- und Ausbildungstruppen getrennt, so daß die Jungmänner zunächst in Ausbildungsbataillonen ihre dreimonatige Grundausbildung erhielten und anschließend in den Einsatzbataillonen der Verbandsausbildung unterzogen wurden. In jedem Bundesland wurden selbständige Militärkommanden für die territoriale Verteidigung einschließlich Grenzschutz eingerichtet. Die Luftstreitkräfte unterstanden einem eig. Kommando.

Engpässe bei der personellen Struktur und materiellen Ausstattung führten neben soz. und polit. Veränderungen in Ö. ab 1970 zu einer weiteren Reform des B., das nach den Vorschlägen der B.-Reformkommission ab Sommer 1971 neu organisiert wurde. Im Juli 1971 wurde die Dauer des Wehrdienstes auf 6 Monate und 60 Tage Truppenübungen geändert.

Die Änderung des Konzepts von der Grenzverteidigung zur Raumverteidigung bedingte eine Neugliederung des B.: Die Bereitschaftstruppe (30 Bataillone) sollte schnell zur Verfügung stehen; die Milizstruktur des B. wurde ausgebaut (mobile Landwehr mit 8 Jägerbrigaden, raumgebundene Landwehr mit 30 Landwehrregimentern sowie zahlr. Wach- und Sicherungskompanien). 1986 betrug der Mobilmachungsrahmen 186.000 Mann, Mitte der 90er Jahre 300.000 Mann. Am 1. 7. 1973 wurde das Armeekommando als eine dem Verteidigungsministerium nachgeordnete Führungsebene geschaffen (ab Juni 1978 als Sektion III der Zentralstelle eingegliedert; mit 1. 7. 1991 aufgelöst). Aus den bisherigen 3 Gruppenkommanden und dem Kommando der Luftstreitkräfte entstanden die Korpskommanden I und II (1. 1. 1974), die (1.) Panzergrenadier- und die Fliegerdivision.

Die massiven polit. Veränderungen in Europa nach 1989 führten neben budgetären und personellen Überlegungen zu einer neuerl. Heeresreform ab 1991 ("Heeresgliederung neu 1995"). Das Armeekommando wurde aufgelöst, dafür aus dem Kommando der 1. Panzergrenadierdivision ein III. Korps gebildet. Die neue Struktur des Heeres umfaßte in der Friedensorganisation 3 Panzergrenadierbrigaden und 13 aus den 30 Landwehrstammregimentern gebildete Jägerregimenter. Die Einsatzorganisation sah damit 16 Brigaden mit einem Mobilmachungsstand von 150.000 Mann (einschließl. Reserven) vor. Damit verbunden war das Abgehen vom Konzept der Raumverteidigung und der Übergang zu einer grenznahen Einsatzdisposition.

Für 1998-2000 wurde vom Ministerrat eine neue Heeresstruktur beschlossen: Das Korpskommando III wurde ersatzlos aufgelöst; das B. ist (ähnlich wie 1973-95) wieder in 2 Korps gegliedert: Dem I. Korps (Kommando in Graz für Stmk., NÖ., Bgld. und Kä.) unterstehen die 1. und 7. Jägerbrigade (die 1. mit Pandur-Radpanzern, die 7. luftbeweglich) sowie die 3. Panzergrenadierbrigade, dem II. Korps (Kommando in Salzburg für OÖ., Sbg., Ti. und Vbg.) die 4. Panzergrenadierbrigade und die 6. Jägerbrigade (gebirgsbeweglich); dazu kommen jeweils Korpstruppen u. a. Dem Verteidigungsministerium unmittelbar nachgeordnet sind die Fliegerdivision, das Militärkommando Wien sowie Ämter, Akademien und Schulen. Der Mobilmachungsstand wurde auf 120.000 Mann reduziert.

Seit 1998 besteht die Möglichkeit eines freiwilligen Wehrdienstes für Frauen (Laufbahn als Berufsoffizier bzw. Berufsunteroffizier); im Rahmen von Auslandseinsätzen waren Frauen schon früher eingesetzt.

 

Seit 1960 haben sich fast 56.000 Angehörige des B. an friedenserhaltenden Operationen, davon 53.000 Soldaten in Friedens- und 1000 in humanitären Einsätzen, beteiligt. Aufgrund der erhöhten Beteiligung an internat. Friedensoperationen und humanitären Einsätzen kommt dem Kaderpersonal größere Bedeutung zu, als dies im traditionellen Milizsystem der Fall war. Im Rahmen eines Assistenzeinsatzes überwacht das B. zur Unterstützung der Gendarmerie seit 1990 die ö. Grenze zu Ungarn. Bis 2000 haben rd. 1,8 Mio. Österreicher im B. gedient.

 

1955
April Moskauer Memorandum
15. Mai Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages. Er enthält in den Artikeln 12 - 17 sowie im Annex I militärische Bestimmungen.
8. Juli Aufhebung des Beschlusses des Alliierten Rates vom 10. Dezember 1945 über das Österreich auferlegte Verbot militärischer Aktivitäten.
15. Juli Errichtung des Amtes für Landesverteidigung als Sektion VI des Bundeskanzleramtes. Sektionsleiter wird Dr. Ing. Emil Liebitzky.
27. Juli Umwandlung der Gendarmeriegrundschulen der B-Gendarmerie in provisorische Grenzschutzabteilungen.
7. September Verabschiedung des ersten Wehrgesetzes. Darin ist fest gelegt, dass das Bundesheer aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht gebildet und ergänzt wird. Die ordentliche Präsenzdienstzeit beträgt neun Monate.
15. Oktober Errichtung von neun Ergänzungskommanden.
26. Oktober Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs. Zur Erinnerung daran wird dieser Tag zunächst "Tag der Fahne", später Nationalfeiertag.
12. Dezember UN-Beitritt
21. Dezember Erste Sitzung des Landesverteidigungsrates

1956
3. Februar Erste Ausmusterung von Leutnanten und Fähnrichen in der Fasangarten-Kaserne in Wien.
9. April Umbenennung der Provisorischen Grenzschutzabteilungen in Bataillone.
22. Juni Erlass über die Aufstellung von Gruppen- und Brigadekommanden. Gebildet werden drei Gruppen (Kommanden in Wien, Graz und Salzburg) und acht Brigaden mit insgesamt 32 Bataillonen.
11. Juli Umgliederung der Zentralstelle (Amt für Landesverteidigung) in ein Bundesministerium für Landesverteidigung.
15. Juli Amtsantritt von Ferdinand Graf als Bundesminister für Landesverteidigung. Obst Erwin Fussenegger wird Generaltruppeninspektor (bis 31. Dezember 1970).
15. Oktober Erste Einrückung von über 12.800 Wehrpflichtigen, die am 12. Dezember feierlich angelobt werden.
23. Oktober In der Nacht zum 24. Oktober Ausbruch von Kampfhandlungen in Ungarn.
24. Oktober Befehl zur Verlegung von Sicherungskräften in die grenznahen Räume entlang der Staatsgrenze zu Ungarn.
26. Oktober Alarmierung des Bundesheeres und Beginn des vollen Grenzsicherungseinsatzes entlang der ungarischen Grenze.
22. Dezember Beendigung der Grenzsicherungsmaßnahmen gegenüber Ungarn.

1957
10. Jänner Aufstellung des Kommandos der Luftstreitkräfte (mit Wirkung vom 1. Jänner) in Wien-Breitensee im Range eines Gruppenkommandos.
22. Mai Parade des Bundesheeres anlässlich des Amtsantrittes von Bundespräsident Dr. Adolf Schärf.
31. Mai Beginn des 1. Kurses für Offiziere des höheren militärischen Dienstes (später Generalstabsdienst).
17. Juli bis
20. August
Erste Akkreditierung österreichischer Militärattaches in Frankreich, Großbritannien, Schweden, der Schweiz, der UdSSR und den USA.

1958
19. Mai bis
8. Juni
Verbandsübung des Bundesheeres in mehreren Übungsräumen unter Teilnahme von ca. 30.000 Mann.
16. Juli bis
17. Juli
Während der Libanon-Krise Luftraumverletzung durch Flugzeuge der USA beim Überfliegen Tirols.
1. August Errichtung der Heeres-Unteroffiziersschule in Enns. Damit wird die Ausbildung der Unteroffiziere vereinheitlicht.
14. Dezember Wiedereröffnung der Militärakademie in der Burg von Wiener Neustadt. Bis dahin waren die Offiziersanwärter in Enns ausgebildet worden.

1959
Mai Zusammenziehung sämtlicher Panzerverbände zu gemeinsamen Übungen auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig.
12. Oktober bis
31. Oktober
Durchführung der ersten Standesevidenzkontrollen in den Landeshauptstädten sowie in den Bezirken Mattersburg und Neusiedl am See.
1960
15. Mai Parade in Wien anlässlich der fünfjährigen Wiederkehr der Staatsvertragsunterzeichnung unter Teilnahme von 4.500 Mann.
1. August Teilorganisation der Zentralstelle. Aufstellung der 9. Panzerbrigade, Umgliederung der 3. Brigade zu einer Panzerbrigade. Die Stärke des Bundesheeres beträgt ca. 48.000 Mann, gegliedert in 48 Bataillone bzw. Abteilungen sowie sonstige Dienststellen.
11. Dezember Abflug des ersten UN-Sanitätskontingents in den Kongo. Das Kontingent besteht größtenteils aus Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres.

1961
10. April Verteidigungsminister Ferdinand Graf scheidet aus der Bundesregierung aus. Sein Nachfolger wird Dr. Karl Schleinzer.
18. Juli Ministerbeschluss über den Aufbau einer umfassenden Landesverteidigung, die sich auf militärische, wirtschaftliche, zivile und geistige Bereiche zu erstrecken hat.
26. September Ministerratsbeschluss über die Aufstellung von Grenzschutztruppen nach dem territorialen Prinzip aus Reservisten des Bundesheeres. Die Gesamtplanung sieht 120 Grenzschutzkompanien vor.

1962
20. Jänner Ernennung der ersten Reserveoffiziere, die in den Maturantenkompanien (seit 1964 Einjährig-Freiwilligen-Kompanien) ausgebildet werden.
17. Juli Ministerratsbeschluss über die Umgliederung des Bundesheeres (Schleinzer-Habermann-Reform). Beginnend mit Oktober 1962 waren durchzuführen:
- Umgliederung der bestehenden neun Brigaden in sieben Einsatzbrigaden mit Ausbildungstruppen für eine drei-monatige Elementarausbildung;
- Umwandlung der Brigaden zwei und acht in Ausbildungsregimenter;
- Schaffung je eines Militärkommandos in jedem Bundesland;
- Einberufung der Wehrpflichtigen zum ordentlichen Präsenzdienst jeweils zu Anfang der Monate Jänner, April, Juli und Oktober, beginnend mit Jänner 1963.

1963
20. Mai Gründung der österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Landesverteidigung.
22. Mai Parade des Bundesheeres in Wien anlässlich der Angelobung von Bundespräsident Dr. Adolf Schärf für dessen zweite Amtszeit.
29. Juli bis
2. August
Beteiligung von Soldaten der Luftschutztruppenschule am Hilfseinsatz im Erdbebengebiet von Skopje (Jugoslawien).
18. September Beendigung des Sanitätseinsatzes im Kongo. Ankunft des Nachkommandos in Wien. Insgesamt sind fünf österreichische UN-Sanitätskontingente mit zusammen 166 Personen entsandt worden. Diese waren bis auf zwei Krankenschwestern, 232 Mann karenzierte Angehörige des Bundesheeres.

1964
1. April Abschluss der Umgliederung der 4. Brigade (Oberösterreich) in eine Panzergrenadierbrigade.
2. April Bundesminister Dr. Karl Schleinzer scheidet aus dem Amt. Sein Nachfolger wird Dr. Georg Prader.
14. April Entsendung eines UN-Sanitätskontingents in der Stärke von 54 Mann nach Zypern (AFH = Austrian Field Hospital) bis 18. Oktober 1973.
19. September bis
20. September
Einführung des Fähnrichs auf Zeit bzw. Leutnants auf Zeit zur Verbesserung der Lage beim Kaderpersonal.

1965
27. April Bisher größte Parade des Bundesheeres anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der zweiten Republik und des 10. Jahrestages der Unterzeichnung des Staatsvertrages.
11. Mai Ministerratsbeschluss über die Zielsetzungen der umfassenden Landesverteidigung. Begriffliche Unterscheidung von drei Bedrohungsfällen (Krisen-, Neutralitäts- und Kriegsfall).
2. Juni bis
3. Juni
Erstmalige Einberufung eines Reservebataillons: Inspektion/Instruktion des Jägerbataillons 37 in Trofaiach (Steiermark).
9. Juni Parade des Bundesheeres aus Anlass des Amtsantrittes von Bundespräsident Franz Jonas.
30. Juni Bundesverfassungsgesetz über die Entsendung österreichischer Einheiten zur Hilfeleistung in das Ausland auf Ersuchen internationaler Organisationen. Bis dahin mussten Bundesbedienstete für die Dauer des UNO-Einsatzes karenziert und mit Sonderverträgen angestellt werden.
September Katastropheneinsätze des Bundesheeres in Kärnten und Osttirol, Salzburg und Tirol. Insgesamt kamen rund 3000 Soldaten zum Einsatz
3. Oktober bis
9. Oktober
Großmanöver im niederösterreichischen Voralpengebiet und im Wiener Becken unter Beteiligung von fast 30.000 Mann.

1966
28. Februar Notenwechsel über den Abschluss eines Abkommens zwischen der Bundesregierung und den Vereinten Nationen, betreffend den Dienst österreichischer Kontingente im Rahmen der Streitkräfte der Vereinten Nationen auf Zypern.
17. Mai Ministerratsbeschluss über die Aufstellung von 140 Sicherungskompanien.
28. Juni Präzisierung der Verfügungsgewalt über das Bundesheer durch den Ministerrat in Form einer Ermächtigung des Bundesministers für Landesverteidigung.
17. August bis
September
Hochwassereinsätze des Bundesheeres in Salzburg. Osttirol, Kärnten und Steiermark (mit Unterbrechungen: Einsatz von bis zu 3300 Mann täglich.
28. Augus Eingliederung der Ergänzungskommanden als Ergänzungs-abteilungen in die Militärkommanden.
26. Oktober Bundesminister Dr. Prader verfügt die Wiedereinführung der Traditionspflege im 2. Bundesheer.

1967
1. Jänner Umbenennung der Stabsakademie in Landes-verteidigungsakademie.
11. Juni Ministerratseschluss über die Assistenzleistung des Bundesheeres an der italienischen Grenze nach Anschlägen in Südtirol bzw. im Grenzgebiet zu Österreich.
13. Juli bis
30. Dezember
Einsatz von Einheiten des Bundesheeres zur Verstärkung der Bundesgendarmerie und Zollwache, um den ungesetzlichen Personen- und Güterverkehr zwischen Österreich und Italien zu verhindern und so Terroranschlägen vorzubeugen, sowie das Interesse Österreichs an einer friedlichen Lösung des Südtirol-Problems unter Beweis zu stellen.
28. November Ministerratsbeschluss über die Entsendung der ersten Beobachtungsoffiziere an den Suez-Kanal im Rahmen der United Truce Supervision Organisation (UNTSO).
bis Dezember Verkleinerung des personellen Rahmens des Bundesheeres von bisher rund 50.000 Mann auf ca. 44.000.

1968
1. Jänner Inbetriebnahme der Großraum-Radarstation auf dem Kolomannsberg (Salzburg).
14. März Das Militärleistungsgesetz wird vom Nationalrat beschlossen. Das Bundesministerium für Landesverteidigung kann im Bedrohungsfall aus dem zivilen Bereich Kraftfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und Baumaschinen anfordern.
19. März Beschluss der Bundesregierung über eine neue Organisationsform des Bundesheeres, in der Grenzschutz- und territoriale Sicherungstruppen zur Landwehr zusammengefasst werden.
19. Juni bis
22. Juni
Erste Inspektion/Instruktion einer Reservebrigade, der steirischen 10. Jägerbrigade.
  Ab der Jahreswende 1967/68 Entwicklung des sogenannten Prager Frühlings in der CSSR, mit immer drohender werdenden Manövern der die CSSR umgebenden Nachbarstaaten des Warschauer-Paktes.
21. August bis
2. September
Teilalarmierung des Bundesheeres infolge des Einmarsches von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR. Verstärkung der Garnisonsbereiche nördlich der Donau sowie laufende Luftüberwachung des Grenzraumes durch Aufklärungsflüge.
7. Sepember bis
9. September
Angesichts der unübersichtlichen Lage in der CSSR werden Teile des Bundesheeres neuerlich in volle und strenge Bereitschaft versetzt.
bis Dezember In fast allen westeuropäischen Demokratien die sogenannte 68-Revolution.

1969
13. Februar Wehrgesetznovelle. Verbesserte Mobilmachung sowie die Ausweitung der Offiziere auf Zeit bis zum Hauptmann bzw. zu einer aktiven Dienstleistung von Reserveoffizieren im Ausmaß von maximal zehn Jahren.
20. Februar Unterzeichnung der ersten Patenschaft (später Partnerschaft) zwischen dem Panzerbataillon 33 und den Simmering-Graz-Pauker-Werken.
4. März Verordnung der Bundesregierung über die freiwillige Verlängerung des Grundwehrdienstes um 3 bis 15 Monate.
10. November bis
14. November
Großmanöver des Bundesheeres Bärentatze im westlichen Niederösterreich unter Teilnahme von 12.508 Mann, 345 Ketten- und 2.181 Räderfahrzeugen.
1970
1. Jänner Rückgliederung der Garnison Lienz in die 6. Jägerbrigade (Tirol) und damit in den Befehlsbereich der Gruppe III.
22. April Übergabe der Amtsgeschäfte durch Bundesminister Dr. Prader an seinen Nachfolger, Brigadier Johann Freishler.
3. Juli Wehrgesetznovelle über Organisation und Kompetenzen des Landesverteidigungsrates.
31. Dezember Generaltruppeninspektor General der Infanterie Erwin Fussenegger tritt in den Ruhestand. General der Infanterie Otto Seitz wird mit der Führung der Agenden des Generaltruppeninspektorates betraut.

1971
1. Jänner Das neue österreichische Militärstrafgesetz vom 30. Oktober 1970 setzt alle bisherigen Bestimmungen, die zum Teil noch auf das Militärstrafgesetzbuch von 1855 zurückgehen, außer Kraft.
3. Februar Rücktritt von Verteidigungsminister General der Infanterie Freishler aus gesundheitlichen Gründen. Sein Nachfolger wird am 10. Februar Brigadier Karl F. Lütgendorf.
1. August Wehrgesetznovelle (Bundesgesetz vom 15. Juli) Festlegung des Grundwehrdienstes in der Dauer von sechs Monaten und Festsetzung von Truppenübungen im Ausmaß von 60 Tagen; Schaffung der Möglichkeit der Ableistung eines freiwillig verlängerten Grundwehrdienstes in der Dauer von bis zu drei Jahren.
1. Dezember Generalmajor Anton Leeb wird als Nachfolger von General der Infanterie Otto Seitz neuer Generaltruppeninspektor

1972
7. März Grundsatzerklärung des Landesverteidigungsrates unter Vorsitz des Bundeskanzlers über Verteidigungsdoktrin: Die Republik Österreich bekennt sich zur umfassenden Landesverteidigung.  
24. März Das Vorkommando des österreichischen UN-Bataillons (U.N. Austrian Bataillon/U.N. Forces in Cyprus - UNAB/UNFICYP) fliegt nach Zypern ab. Die Masse des Bataillons (283 Mann) trifft am 25. April im Raum Paphos im Westteil der Insel ein. Beim Hauptquartier/UNFICYP war österreichisches Personal schon seit dem 26. Juni 1968 eingesetzt.
6. Juni Die Bundesregierung beschließt die Heeresgliederung 72. Trennung zwischen Bereitschaftstruppe und Landwehr sowie Umgliederung der Zentralstelle. Die Stärke der Bereitschaftstruppe wird mit 15.000 Mann festgelegt (26 Bataillone).
1. Oktober Bildung des Aufstellungsstabes Bereitschaftstruppe unter Generalmajor Emil Spannocchi.

1973
1. Juli Errichtung des Armeekommandos (AK), das dem Ministerium unmittelbar unterstellt ist. Auflösung des Gruppenkommandos I und des Kommandos der Luftstreitkräfte. Dem AK sind die Gruppenkommanden II (Burgenland, Niederösterreich und Steiermark) und III (Oberösterreich, Tirol, Kärnten, Salzburg und Vorarlberg), das Militärkommando Wien, die Fliegerbrigade sowie die bisherigen Heeres- und Gruppentruppen der Gruppe I unmittelbar unterstellt.
7. August Im Bundesministeriengesetz 1973 werden die Kompetenzen des Bundesministerium für Landesverteidigung neu festgelegt.
19. Oktober Anstelle des am 18. Oktober 1973 aufgelösten Feldlazaretts (AHF) wird eine österreichische Feldambulanz (UNFICYP Medical Center = UMC) eingerichtet (bis 10 04 76). Im AFH wurden seit 1964 ca. 65.000 Patienten behandelt.
26. Oktober bis
30. Oktober
Verlegung von Teilen des österreichischen Zypern-Bataillons an den Suezkanal als Teil der United Nations Emergency Force (UNEF). Die komplette Auffüllung der Bataillone in Zypern und Ägypten erfolgt bis 16. November. Das Zypern-Bataillon wird seit 3. Dezember im Distrikt Larnaka (Südostteil) eingesetzt.

1974
1. Jänner Errichtung der Korpskommanden I und II in Graz bzw. Salzburg aus den Gruppenkommanden II und III. Unterstellung der Ausbildungsregimenter unter die Militärkommanden.  
3. Juni bis
19. Juni
Verlegung des österreichischen UN-Bataillons (Austrian Battalion/United Nations Emergency Force - AUSBATT/UNEF) vom Suezkanal nach Syrien auf die Golanhöhen als Teil der United Nations Disengagement Observer Force (Austrian Battalion/United Nations Disengagement Observer Force - AUSBATT/UNDOF). 40 Fahrzeuge fahren 190.000 Kilometer ohne Ausfälle. Insgesamt waren 720 Österreicher Angehörige der UNEF.
1. Juli Beginn der Aufstellung von Landwehrabteilungen in jedem Bundesland (ohne Vorarlberg) und Ernennung je eines Landwehrkommandanten zur Führung der aufzustellenden Reservebrigaden.
14. August Drei Angehörige des österreichischen UN-Bataillons auf Zypern kommen bei einem türkischen Luftangriff ums Leben.
Dezember Nationalrat beschließt das 1. Zivildienstgesetz.

1975
1. Jänner Das Zivildienstgesetz tritt in Kraft. Bis dahin bestand nur die Möglichkeit der Verweigerung des Waffendienstes. 1956 - 1974 wurden von insgesamt 3277 Anträgen 3266 genehmigt (0,45 Prozent der Wehrpflichtigen).  
10. Juni Aufnahme der Verteidigungsdoktrin der umfassenden Landesverteidigung und der Allgemeinen Wehrpflicht in die Bundesverfassung als Artikel 9a.
1. Juli Umgliederung der Heeresfliegerkräfte im Sinne der Heeresgliederung 72 in eine Fliegerdivision mit drei Regimentern.
15. Juli Fortsetzung der organisatorischen Umgliederung: Aufstellung der 1. Panzergrenadierdivision (3., 4. und 9. Panzergrenadierbrigade) mit Kommando in Baden. Im Zuge des Aufbaues der Landwehr soll jedem Militärkommando eine Jägerbrigade unterstellt werden; nur in Vorarlberg untersteht das Jägerbataillon 23, das bisher zur 6. Jägerbrigade (Tirol) gehörte, direkt dem Militärkommando.
6. September Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Bundesheeres findet ein Großflugtag in Langenlebarn sowie ein Großer Zapfenstreich auf dem Heldenplatz in Wien statt.
28. Oktober Der Ministerrat beschließt die Ausarbeitung eines Landesverteidigungsplanes.
13. Dezember Einführung des Kampfanzuges 1975 (Anzug und Rüstung 75, nach der Farbbezeichnung RAL-7013 auch RAL Garnitur genannt) als Ersatz der bisherigen Uniform sowie des als Übergangslösung getragenen mausgrauen Drillichs.

1976
19. Jänner Aufnahme des Probebetriebs in der ersten permanenten Stellungsstation in St. Niten (definitive Inbetriebnahme am 25. März 1976).
4. Februar bis
15. Februar
Abhaltung der XII. Olympischen Winterspiele in Innsbruck mit Unterstützung durch Einheiten des Bundesheeres.
10. April Auflösung der österreichischen Feldambulanz auf Zypern (UNFICYP Medical Center - UMC), die seit 1973 bestand und ca. 14.200 Patienten betreute.
9. Mai bis
12. Mai
Hilfseinsatz des Bundesheeres im Erdbebengebiet von Friaul (Italien).
1. August bis
20. September
Pionier-Assistenzeinsatz nach dem Einsturz der Reichsbrücke in Wien.
17. November bis
10. Dezember
Pionier-Assistenzeinsatz beim Bau der Straßenersatzbrücke für die Wiener Reichsbrücke.

1977
31. Mai Rücktritt von Brigadier Karl F. Lütgendorf als Verteidigungsminister. Sein Nachfolger, Otto Rösch, wird am 8. Juni angelobt.
29. Juni Verabschiedung der Wehrgesetznovelle 1977, die am 1. August 1977 in Kraft tritt. Diese wesentliche Änderung seit der Wehrgesetznovelle 1971 regelt den Ausbau des Reservekaders sowie die Neugestaltung des Stellungswesens (Diagnosestraße). Verbesserung der rechtlichen Stellung der Soldatenvertreter, sowie der beruflichen Weiterbildung freiwillig verlängerter Grundwehrdiener.
31. Dezember Generaltruppeninspektor General der Infanterie Anton Leeb tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird General der Infanterie Hubert Wingelbauer.

1978
1. Juni Eingliederung des Armeekommandos als Sektion III in das Ministerium. Der Armeekommandant, General der Panzertruppen Emil Spannocchi, hat die bisherige Sektion III schon seit 01 Jänner 1978 interimistisch geleitet. Umstellung der Friedensorganisation der Landwehr gemäß des Ministerratsbeschlusses vom 28 Februar 1978. Aufstellung von zusätzlich 28 (Ziel: 30) Landwehrstammregimentern, die die Ausbildungs- und Mobilmachungsbasis darstellen. Im Mobilmachungsfall sollen aus diesen Landwehrstammregimentem sowohl die Truppenkörper der acht Jägerbrigaden der mobilen Landwehr, als auch die 26 (Ziel: 33) Landwehrregimenter der raumgebundenen Landwehr aufgestellt werden.  
1. Juli Integration der 5., 6. und 7. Jägerbrigade in die jeweiligen Militärkommanden (Steiermark, Tirol, Kärnten), damit Verzicht auf die in der Heeresgliederung 72 vorgesehene 2. Division der Bereitschaftstruppe.
31. August bis
30. September
Abschlussübung Enzian 78 des Modellversuches Koordinierte Führungsstruktur, der seit 1977 im Bezirk Lienz/Osttirol das Zusammenwirken des Bundesheeres mit den zivilen Behörden im Krisenfall erprobte.
9. September 3. Großflugtag aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des JaBo-Geschwaders des Bundesheeres in Hörsching.

1979
19. November bis
22. November
Raumverteidigungsübung 79 im niederösterreichischen Alpenvorland. An diesem Manöver sind ca. 32.000 Mann des I. Korps mit 480 Ketten- und 4.200 Räderfahrzeugen beteiligt.
1980
April Assistenzeinsatz der Luftschutztruppenschule beim Transport der Ephesos-Sammlung anlässlich der Errichtung eines Ephesos-Museums in der Wiener Hofburg.
6. September Großflugtag des Bundesheeres in Langenlebarn (25 Jahre Bundesheer - 25 Jahre Fliegertruppe).
23. Oktober Nationalratsbeschluss über die Zivildienstnovelle 80, die ab 1. Dezember 1980 stufenweise in Kraft tritt.
21. November Übergabe der ersten Ausbaustufe der Landwehrkaserne St. Michael an das Landwehrstammregiment 55. Diese Kaserne ist als erste der neuen Systemkasernen bezugsfertig.
1. Dezember bis
7. Dezember
Beteiligung des Bundesheeres an Hilfsmaßnahmen für die Erdbebenopfer in Süditalien (Region Avellino).

1981
1. Jänner Als Nachfolger von General Wingelbauer wird General Heinz Scharff neuer Generaltruppeninspektor.
7. Jänner Abschluss eines Verwaltungsübereinkommens Feldpost zwischen dem Bundesministerium für Landesverteidigung und der Generaldirektion der Post und Telegraphenverwaltung.
Neun Jahre nach dem Ausscheiden der Saab-J 29 Fliegenden Tonnen empfiehlt der Landesverteidigungsrat einstimmig den Ankauf von 24 Abfangjägern der Type Mirage 50. Die Entscheidung über den Ankauf wird von der Regierung im November aus budgetären Gründen zurückgestellt.
14. Juli Ressortübereinkommen zwischen dem Bundesministerium für Landesverteidigung und dem Innenministerium über Errichtung und Betrieb eines Lagers für ca. 2.500 meist polnische Flüchtlinge in der Wallenstein-Kaserne in Götzendorf. Das Lager bleibt bis Mitte 1982 in Betrieb.
1. Oktober Als Nachfolger von General Spannocchi wird General Ernest Bernadiner neuer Armeekommandant.

1982
29. Jänner Richtlinienerlass über die Durchführung der Staats- und Wehrpolitischen Bildung im Österreichischen Bundesheer.
15. Oktober bis
22. Oktober
Raumverteidigungsübung 82 Edelweiß im Raum Kufstein. An diesem Manöver sind etwa 14.000 Mann mit 165 Ketten- und 1.600 Räderfahrzeugen, sowie je 20 Flächenflugzeugen und Hubschrauber beteiligt.

1983
24. Mai Als Nachfolger von Otto Rösch wird Dr. Friedhelm Frischenschlager Bundesminister für Landesver teidigung.
22. Oktober Beschluss des Landesverteidigungsplanes 76 durch den Ministerrat.

1984
1. Jänner Wehrrechtsänderungsgesetz 83 (u.a. Einführung des Zeitsoldaten).
27. Juni Beschluss des Landesverteidigungsrates, den Ankauf von Abfangjägern zu finanzieren.
1. Dezember Inkrafttreten der Zivildienstnovelle vom 9. November 1984.

1985
Juli 10 Jahre Kommando der Panzergrenadierdivision. Die ersten 60 von insgesamt 220 Centurion-Panzern werden im Heeresfeldzeuglager Salzburg für Feste-Anlagen adaptiert.
August Hochwassereinsatz des Österreichischen Bundesheeres. Neues Sanitätskonzept des Österreichischen Bundesheeres wird vorgestellt.
September Dr. Frischenschlager eröffnet Friedenssymposium der Neutralen Europas.
Oktober Seit 1975 rund 27.000 Zivildiener, Zahl der Anträge ist gestiegen. Zahl der Bewilligungen stagniert.
General Tauschitz mit Wirkung vom 1. Jänner 1986 neuer Generaltruppeninspektor.
Sechs Schweizer Militärflugzeuge (Schulflugzeuge) PL 7 überflogen die Grenze nach Österreich, die Maschinen sind für Österreich bestimmt.
Dezember Firma Steyr erhält vom Bundesministerium für Landesverteidigung den Auftrag zur Lieferung von 1000 Stk. glLKW (12M18).

1986
Februar Korpskommandant Mag. Dr. Corrieri neuer Leiter der Sekton IV des Bundesministeriums für Landesverteidigung.
März Standschützen-Kaserne in Innsbruck fertiggestellt.
Mai Dr. Helmut Krünes wird als Verteidigungsminister angelobt.
Reaktorunfall In Tschernobyl, 16 Spürtrupps im Einsatz; 34.182 Einsätze. Offizielle Inbetriebnahme des Luftraumüberwachungs-Systems Goldhaube.
August Auf dem Flugplatz Aigen/Ennstal stellt das Bundesheer einen Notarzthubschrauber zur Verfügung.
Oktober 100 mittelschwere Steyr-LKW (12M18) von Bundesminister Krünes übernommen.
Raumverteidigungs-Herbstübung: Bisher größtes Manöver in der
2. Republik, 33.000 Soldaten, davon ca. 20.000 Reservisten.
November 11. November Strucker-Kaserne in Tamsweg offiziell übergeben.
Dezember Nach einer statistischen Auswertung für das Jahr 1986 lag die Zahl der stattgegebenen Zivildienstanträge in diesem Jahr mit ca. 3,8 % des Geburtsjahrganges 1968 am tiefsten (Durchschnitt in den 80er Jahren: 5%).

1987
21. Jänner Dr. Robert Lichal wird Verteidigungsminister.
Regierungserklärung: Sparbudgets für diese Legislaturperiode. Auswirkungen für das Bundesministerium für Landesverteidigung: Ausbaustufe kann nicht erreicht werden.
Juni Divisionär Pabisch übernimmt den ersten für Österreich bestimmten Draken in Schweden.
Seisenbacher neuerlich Militärweltmeister im Judo.
Oktober Beschluss der Heeresgliederung 1987 im Ministerrat.

1988
Jänner Zwei Draken erstmals in Österreich gelandet.
Mai UNO-Beobachtungstruppe für Afghanistan hat Arbeit aufgenommen.
Juni Landesverteidigungsrat (LV-Rat) stimmt Draken-Stationierung in der Steiermark zu.
September Offizielle Präsentation der Draken in der Steiermark
Dezember Erdbebeneinsatz österreichischer Soldaten in Armenien. Friedensnobelpreis an UNO-Truppen verliehen.

1989
April 25 Jahre United Nations Force in Cyprus (UNFICYP).
Mai Erste Auswahl und Ausbildung der österreichischen Kosmonauten beim Bundesheer.
Juni Lenkwaffenentscheidung im Landesverteidigungsrat: Panzerabwehrlenkwaffe/PAL 2000/BILL.
15 Jahre österreichische UN-Soldaten am Golan.
Konstituierung des Milizbeirates.
Juli Draken-Überstellung abgeschlossen, 24 Maschinen in Österreich.
Dezember Erste Lieferung PAL 2000 (BILL).
1990
März Sturmschäden in Oberösterreich - Assistenzeinsatz des Bundesheeres. Beginn des Draken-Überflugbetriebes auf dem Fliegerhorst Zeltweg.
Juli Bundesheer stellt 4.000 Decken für Erdbebenopfer im Iran zur Verfügung. Moskau erklärt sich bereit, seine Truppen aus den ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten abzuziehen.
2. August Die Armee des Irak marschiert in Kuwait ein. Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates zur gewaltsamen Befreiung des Irak durch eine multinationale Streitmacht.
Aufstellung von AAFDRU (Austrian Armed Forces Desaster Relief Unit).
September Auf Anforderung des Bundesministers für Inners (BMI) beginnt der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an der Grenze zu Ungarn.
Golf-Krise: Bundesregierung genehmigt Überflüge für amerikanische und englische Flugzeuge.
Erstes Luft-Luft-Schießen mit Draken in Schweden.
30 Jahre österreichische UN-Soldaten, dazu Sonderbriefmarke.
Divisionär Majcen wird mit Wirkung vom 1. Oktober zum neuen Generaltruppeninspektor bestellt. Generaltruppeninspektor General Tauschitz geht in den Ruhestand.
Oktober 30 Jahre Panzertruppenschule.
November Bundesminister Mock wird mit der Fortführung der Geschäfte des BMLV betraut.
Bundesregierung erklärt Artikel 12 bis 16 und den Punkt 13 des Artikel 22 des Staatsvertrages von 1955 als überholt (Dialog mit Signatarstaaten diesbezüglich). Österreich wird Mitglied des UN-Sicherheitsrates.
Dezember Dr. Werner Fasslabend wird neuer Verteidigungsminister.
Aufmarsch der multinationalen Streitmacht in Saudiarabien gegen den irakischen Aggressor ist beendet.

1991
Jänner Wachsende Besorgnis in Kärnten und Steiermark über Krise in Slowenien; erhöhte Wachsamkeit beim Bundesheer.
Beginn der Kampfhandlungen der multinationalen Streitmacht zur Befreiung Kuwaits (Ansuchen über Überflug und Durchfahrtsgenehmigung an Österreich).
Februar Ministerrat verlängert Assistenzeinsatz des Österreichischen Bundesheeres im Burgenland bis Ende 1991.
März Zivildienst wird um zwei auf 10 Monate verlängert.
April Ministerrat beschließt Entsendung eines Feldspitals in den Iran (UN Austrian Field Hospital in Iran - UNAFHIR).
Mai UN Austrian Field Hospital in Iran (UNAFHIR): erste Teile fliegen in den Iran ab.
United Nations Iraq-Kuwait Observation Mission (UNIKOM): letzte Teile im Grenzgebiet zwischen Iran und Kuwait eingetroffen.
Juni Eskalation in Jugoslawien. Einsatz von Teilen des Österreichischen Bundesheeres an der jugoslawischen Grenze in der Steiermark, Kärnten und im Burgenland.
Juli Grenzeinsatz zu Slowenien mit Wirksamkeit vom 31. Juli beendet.
General Eckstein wird Nachfolger des Sektionschef Sailer.
Armeekommando wird in den ersten Tagen des Jugoslawien-Einsatzes aufgelöst.
August Schwere Unwetter in weiten Teilen Österreichs, Bundesheer im Assistenzeinsatz (AssE).
Oktober Jugoslawische MIG 21 landet in Klagenfurt und wird in Verwahrung genommen.
November Assistenzeinsatz auf südl. Burgenland ausgeweitet, 2.000 Mann überwachen 400 km Grenze.
Kompensationsgeschäfte für Draken durch Firma SAAB-SCANIA erfüllt.
Dezember Zivildienstgesetznovelle beschlossen (bis Dezember 1993 befristet), Zivildienstkommissionen werden bis dahin ausgesetzt.

1992
Februar Abschluss der Verwaltungsreform: Das Bundesministerium für Landesverteidigung spart 212 Planstellen ein.
Grundsätzliche Genehmigung für Überflüge von AWACS-Aufklärungsflugzeugen.
März Ministerrat genehmigt Eisenbahntransit für United Nations Protection Force (UNPROFOR -Truppe im ehemaligen Jugoslawien).
April Bergung von 615 Fliegerbomben und 12.000 Fliegerabwehrgranaten im Raum Deutschwagram mit Hilfe des Bundesheeres.
Mai 15 Beobachtungsoffiziere gehen nach Kambodscha zu UNTAC.
Juni Bundesheer stellt Flüchtlingsunterkünfte für ca. 1.400 Flüchtlinge bereit und übernimmt Verpflegungsversorgung bis max. ca. 1000 weitere Personen.
Juli Großer Zapfenstreich für scheidenden Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim. Angelobung des Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil und Flaggenparade zur Begrüßung.
Allentsteig: Schweizer Armee und Bundesheer führen gemeinsame Erprobung Panzerjägerkompanie mit PAL durch. Landesverteidigungsrat nimmt Heeresgliederung-NEU (HG-NEU) zur Kenntnis.
September Am Ende des zweiten Jahres des Assistenzeinsatzes beträgt die Gesamtzahl der aufgegriffenen illegalen Grenzgänger an die 15.000.
Dezember Heeresgliederung-NEU (Detailplanung) von Bundesminister Dr. Werner Fasslabend den Kommandanten und der Öffentlichkeit präsentiert.

1993
Mai Ministerratsbeschluß vom 25. März 1993 definiert das internationale Einsatzkonzept des Bundesheeres im Hinblick auf zukünftige UN-Beteiligungen. Modulartig zusammensetzbare Elemente bis zur Stärke von ca. 2500 Mann werden als "Vorbereitende Einheiten" (VOREIN) aufgestellt und ausgerüstet.
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 93 in Österreich/Wiener Neustadt.

1994
2. September bis
8. September
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 94 in Russland/Astrachan. Teilnahme des Austrian Armed Forces Desaster Relief Unit (AAFDRU) mit folgenden Aufgabengebieten: Errichtung eines Feldlagers sowie Rette- und Bergetätigkeit in einem kontaminierten Industriegebiet.

1995
Jänner Österreich erhält in Folge des EU-Beitrittes Beobeachterstatus bei der WEU.
Februar Unterzeichnung der Rahmendokumente für die NATO-Partnerschaft für den Frieden durch den Außenminister Dr. Alois Mock. Dadurch erhält Österreich sowohl diplomatische als auch militärische Verbindungsstellen zum Nordatlantischen Kooperationsrat (NAKR).
Dezember Beschluss der Bundesregierung vom 12. Dezember 1995 eine verstärkte Transporteinheit und Pioniere, insgesamt bis zu 300 Mann, unter der Voraussetzung, daß der Einsatz der Implementaion Force (IFOR) durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen autorisiert werde, für ein Jahr zu entsenden.
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 95 in Russland/Murmansk.

1996
Februar Das Austrian Logistic Contingent/Implementation Force (AUSLOG/IFOR) nimmt im Rahmen des internationalen Einsatzes in Bosnien seine Aufgaben auf. AUSLOG/IFOR besteht aus einer Transportkompanie (insgesamt 79 Transportfahrzeuge) und Versorgungsteilen (Kommando, Stab, Verpflegung und Instandsetzung; insgesamt 259 Mann). Zusätzlich gehört dem Kontingent in den ersten Monaten ein Pionierzug (25 Mann) an.
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 96 in Österreich.

1997
Juli Im Juli gab der Fachhochschulrat den Antrag des Bundesministeriums für Landesverteidigung auf Anerkennung eines Fachhochschulstudienganges an der Theresianischen Militärakademie unter dem Kommandanten Div. Adolf Erwin Felber statt.
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 97 in Island.

1998
Jänner Die Ausbildung zum Berufsoffizier erfolgt seit Jänner 1998 als Truppenoffizierslehrgang mit integrierten Fachhochschul-Studiengang "Militärische Führung" an der Theresianischen Militärakademie.
November Gemäß Beschluss der Bundesregierung vom 24. Nov.1998 nimmt Österreich an der vertieften Partnerschaft für den Frieden - Enhanced Partnership for Peace (ePfP) - teil. Die ePfP sieht u.a. die verstärkte regionale Kooperation und verstärkte politische Konsultationsmöglichkeiten zwischen der NATO und den Partnern teil.

1999
Oktober Vom 18. bis zum 22. Oktober 1999 war Österreich Schauplatz der internationalen Fliegerübung "AMADEUS 99". Flugzeuge aus Frankreich, der Schweiz und Österreich überwachten gemeinsam drei Tage lang eine über Teilen Österreichs fiktiv eingerichtete Flugverbotszone im Rahmen einer simulierten Militäroperation unter UN-Mandat.
November Bei einem schweren Nachbeben in der Türkei war ein AFDRU-Kontingent der ABC-Abwehrschule mit 113 Mann im Einsatz.
Österreich nahm im Rahmen des Western European Armaments Group (WEAG)-Ministerrates in Luxemburg im November die Einladung der Westeuropäischen Union zur Vollmitgliedschaft in der Westeuropäischen Rüstungsgruppe an.
Internationale Katastrophenschutzübung EXERCISE 99 in der Slowakei/Preßburg.
2000
Mai Am 19. und 20. Mai fand an der Theresianischen Militärakademie die Ausmusterung des Jahrganges "Monte Piano" und die 1. Sponsion von Berufsoffiziersanwärtern zum "Magister für Militärische Führung" im Sparkassensaal in Wr. Neustadt statt.
Juni Die auf dem Flugplatz Zeltweg veranstaltete "Air Power 2000" bedeutete einen Zuschauerrekord.
Juli Das neue Militärbefugnisgesetz trat mit 1. Juli 2000 in Kraft. Dieses regelt die Aufgaben des militärischen Wachdienstes, die Aufgaben und Befugnisse der militärischen Nachrichtendienste, die Aufgaben und Befugnisse der militärischen Luftraumüberwachung, das Leistungsrecht.
November Das Bundesheer unterstützte den OSZE-Vorsitz in Österreich durch Fernmelde- und Transportkräfte.
Das Bundesheer half bei der Bergung der Opfer bei der Tunnelkatastrophe auf dem Kitzsteinhom.
November Österreich unterzeichnete am 13. November in Marseille ein Abkommen (Memorandum of Understanding) mit der Westeuropäischen Rüstungsgruppe (Western European Armaments Group - WEAG).

2001
Jänner Durch eine Novelle im Wehrgesetz, die am 1. Jänner 2001 in Kraft getreten ist, wird Frauen die Ableistung von freiwilligen Waffenübungen und Funktionsdiensten sowie Milizarbeit eröffnet.
Februar Bundesminister Herbert Scheibner und Generaltruppeninspektor General Horst Pleiner stellten am 2. Februar 2001 im Rahmen einer Pressekonferenz eine neue Spitzengliederung des Verteidigungsressorts vor. Neu ist u.a.: Die Schaffung einer Funktion eines Generalstabschefs und die Konzentration der Truppenführung auf zwei Kommanden.
Am 26. Februar beendete das Österreichische Transportkontingent (AUSLOG) nach fünfjährigen Einsatz den Einsatz in Bosnien bei der internationalen Stabilisierungstruppe (Stabilization Force - SFOR).

Text: AEIOU
Chronik: BMLV-Homepage
Fotos: AEIOU, Bundesheer

Literatur: L. Jedlicka, Ein Heer im Schatten der Parteien, 1955; M. Rauchensteiner, Das B. der 2. Republik, 1980; E. A. Schmidl, März 1938. Der dt. Einmarsch in Ö., 1987; M. Rauchensteiner u. W. Etschmann (Hg.), Schild ohne Schwert, Forschungen zur Militärgeschichte 2, 1991; M. Rauchensteiner, W. Etschmann u. J. Rausch, 1000 Nadelstiche, Forschungen zur Militärgeschichte 3, 1994; F. Hessel, Die neue Heeresstruktur, Truppendienst 3/1998.