Bildung fördert Frieden!
Gastbeitrag von Eric Bucsek

Unter diesem Leitmotiv der Akademie für Frieden und Sicherheit in Europa stand Anfang August eine einzigartige Studienreise auf den Balkan. Oberst des Generalstabes Ing. MMag. Günther J. Rozenits führte als Leiter dieser Erwachsenenbildungseinrichtung und Präsident des oberösterreichischen Kameradschaftsbundes 50 Reiseteilnehmer beider Organisationen und ausgewählte Journalisten mit großem Fachwissen durch alle Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien.

Einen Schwerpunkt der Reise bildete der Besuch zahlreicher Einrichtungen der beiden vom Österreichischen Bundesheer unterstützten Friedensmissionen KFOR (Kosovo) und EUFOR ALTHEA (Bosnien und Herzegowina). Österreichische Botschafter empfingen die Reisenden ebenso herzlich wie der Außenminister des Kosovo Prof. Dr. Enver Hoxhaj und der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina SE Botschafter Dr. Valentin Inzko. Dabei ging es vor allem um eine Aufarbeitung der Geschehnisse älterer und junger Vergangenheit, um ein Verständnis für die Situation und die Problematik der noch jungen Staaten und ihrer Bürger zu entwickeln. Beeindruckend war, wie bei den Teilnehmern ein Interesse für die verschiedenen Ethnien und ihre Geschichte, aber auch für die Geschehnisse des Jugoslawienkrieges geweckt wurde. Große Betroffenheit herrschte bei der Besichtigung der Gedenkstätte von Srebrenica-Potoćari, die an das größte Massaker in Europa nach dem 2. Weltkrieg erinnert. In die ältere Geschichte der Balkanstaaten tauchte man etwa in Serbien mit dem Frauenkloster Žiča oder im Kosovo mit dem historischen Schlachtort Amselfeld oder der „Liga von Prizren“, dem Museum zur Geburt des albanischen Selbstverständnisses, ein. Beim Besuch von Skopje konnten die Teilnehmer das Leben und Wirken der berühmten Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa in ihrem Geburtsort erforschen.

Ein Naturschauspiel der besonderen Klasse bot sich bei der Reise über die Höhen und durch die Schluchten Montenegros. Die Tara hat sich hier bis zu 1.300 Meter tief in das Bergland gefressen und so den zweittiefsten Canyon weltweit geformt. Daß viel Sympathie für die Österreicher in Montenegro herrscht, konnten die Teilnehmer nicht nur selbst spüren. Unser Vertreter, SE Botschafter Mag. Martin Pammer bestätigte dies bei einer abendlichen Gesprächsrunde. Eher touristisch ging die Reise dann weiter mit Sveti Stefan, Kotor, Dubrovnik, Međugorje und Mostar. In Sarajevo empfing Generalmajor Mag. Bernhard Bair, Kommandant der internationalen EUFOR ALTHEA Truppen in Bosnien und Herzegowina, die Teilnehmer zu einer Diskussionsrunde im Camp Butmir. Oberstleutnant Ölböck präsentierte als Bataillonskommandant dann die Arbeit „seines“ multinationalen Bataillons aus Österreichern, Ungarn und Türken. Die Einladung in die österreichische Botschaft und der äußerst fundierte Vortrag über die Stadt und die augenblickliche, politische Situation im Land von Prof. Mehmed Alićehajic, rundeten das Programm in Sarajevo ab.

Die wirklich bis ins kleinste Detail perfekt organisierte Reise wurde auch von den am 25. Juli 2011 begonnenen „Grenzstreitigkeiten“ zwischen Serbien und Kosovo nicht durcheinandergeworfen. Im Gegenteil, diese wurden „genutzt“ um noch weitere Einblicke in die Situation zu erhalten. Für Interessierte wird es auch im Jahr 2012 voraussichtlich wieder eine Balkan-Bildungsreise geben. (Nähere Infos unter: 0732/770634)

Linktipp: Bericht des 13er-Kameradschaftsbundes


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