Das Verhältnis der Österreicher zu „ihrem“ Bundesheer kann man am ehesten mit dem Begriff „Hassliebe“ umschreiben. Ob „Gediente“ oder „Ungediente“, die meisten stehen dem ÖBH kritisch gegenüber. Und, wenn es darum geht, dem Heer Geldmittel zur Verfügung zu stellen, dann schreien sie laut auf, dass man doch kein „Kriegsmaterial“ und keine „Kriegsflugzeuge“ benötigen würde.

Dass unser Heer seit Jahrzehnten im Rahmen von UNO-Friedensmissionen und bei zivilen Katastrophen im wahrsten Sinne des Wortes „Schutz & Hilfe“ bietet, ja das wird in der Öffentlichkeit leicht vergessen, zuweilen auch bewusst verdrängt. Und auf die Idee, dass kompetenter Schutz und qualitativ hochwertige Hilfe neben gut ausgebildetem Personal auch moderne Ausrüstung erfordert, kommt man erst gar nicht, oder will nicht darauf kommen. Doch im Ernstfall, da kann Herrn und Frau Österreicher das Bundesheer nicht schnell genug vor Ort sein …

Und dieses „kaputt gesparte“ Österreichische Bundesheer erfüllt dennoch – mit seinen bescheidenen Mitteln und vielfach hoffnungslos veralteter Ausrüstung – seinen Auftrag unter den gegebenen Umständen bravourös und braucht auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Dies wiederum ist hauptsächlich der hohen Identifikation der Führungskräfte mit dem Heer und dem Idealismus der (Berufs-) Soldaten zu verdanken.

Dass unsere Soldaten ihre Leistungen auf hohem Niveau erbringen, konnten sie im vergangenen Jahr – wieder einmal – im Rahmen der Übung „Dispute 05“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Die Übung dauerte von 05. – 15. Dezember 2005. An ihr nahmen rund 2.400 Soldaten aus Österreich, Deutschland und Slowenien mit nicht weniger als 450 Kraftfahrzeugen, darunter auch die schweren gepanzerten Fahrzeuge „Leopard A2“ und M 109, teil. Darüber hinaus kamen seitens des ÖBH auch die Hubschraubertypen Augusta Bell 212 und Sikorsky S-70 „Black Hawk“ zum Einsatz.

Als Übungsgebiet dienten Truppenübungsplätze in Niederösterreich und dem Burgenland. Die Schwerpunkte der Übung waren der „Schutz von Flüchtlingslagern“ und das „Beherrschen von Demonstrationen“. Beide Szenarien müssen von jedem Soldaten im friedenserhaltenden Einsatz ((z.B. Kosovo, Bosnien, Afghanistan …) beherrscht und bewältigt werden können.

Im Rahmen dieser Übung wurde das Luftlandebataillion der 7. Jägerbrigade, das 25. Jägerbataillon, 3 Tage lang von sechs Überprüfungsteams aus 20 Ländern, beobachtet und – durchwegs positiv - bewertet.

Die Übung „Dispute 05“ wurde am 15. Dezember 2005 mit einem Festakt in der Burstyn Kaserne in Zwölfaxing beendet, bei dem die ausländischen Kameraden und Übungsteilnehmerfeierlich feierlich verabschiedet wurden.

Der Autor bedankt sich beim Österreichischen Bundesheer, im speziellen bei Herrn Vizeleutnant Honeder, für die Gelegenheit dieser Übung beiwohnen zu dürfen und wünscht allen österreichischen Soldaten alles Gute, eine erfolgreiche Zukunft und stets eine gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen.


Patrick Radosta
Freiberuflicher Journalist

 

 

 

 

 

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